Wenn Menschen an Leistung und Verletzungen im Baseball denken, konzentrieren sie sich meist auf das Offensichtliche: Wurfmechanik, Armkraft, Geschwindigkeit oder Schlaggeschwindigkeit. Doch neue Forschung weist auf etwas Unerwartetes hin:
Deine Füße könnten einer der wichtigsten Faktoren für Leistung und Verletzungsrisiko sein, und gleichzeitig einer der am meisten übersehenen.

Das verborgene Fundament jedes Wurfs
Eine Studie aus dem Jahr 2024 mit dem Titel „Prevalence of impaired foot function in baseball players with and without disabled throwing shoulder/elbow“ fand etwas Bemerkenswertes:
- Spieler mit Armverletzungen hatten deutlich höhere Raten an Fußfunktionsstörungen
- 60% der verletzten Spieler zeigten eine eingeschränkte Fußfunktion im Vergleich zu ca. 28% der gesunden Spieler
- Fast die Hälfte der verletzten Spieler hatte „schwebende Zehen“ (Zehen, die den Boden nicht richtig berühren)
Baseball wird von Grund auf aufgebaut
Jeder Wurf im Baseball folgt der sogenannten kinetischen Kette: Die Kraft beginnt am Boden → wandert durch die Füße → die Beine hinauf → durch den Oberkörper → bis in den Arm.
Der Fuß ist dabei nicht nur passiv beteiligt, er ist der Ausgangspunkt. Die Studie zeigt, dass der Fuß als stabile Basis für das Gleichgewicht, als Stoßdämpfer und als Kraftgeber für die Bewegung dient. Ist diese Basis instabil oder schwach, kompensiert alles darüber. Diese Kompensation kann sich als Schulterschmerzen, Ellbogenverletzungen oder verminderte Leistung zeigen.

Die Rolle der Zehen
Zehen spielen eine wichtige Rolle. Die Studie konzentrierte sich stark auf Zehenkontrolle, Zehenkraft und „schwebende Zehen“ (Zehen, die den Boden nicht berühren), da Zehen entscheidend für Gleichgewicht und Stabilität, die Bewegungseinleitung und die Erzeugung von Vorwärtskraft sind.
Ist die Zehenfunktion eingeschränkt, sinkt die Kraftübertragung, die Stabilität nimmt ab, und der Körper kompensiert an anderer Stelle. Das zeigt sich auch in anderen Untersuchungen: Zehenkraft steht in Zusammenhang mit Sprungleistung und Richtungswechseln, und schwache Zehen verringern Vortrieb und Kontrolle.
Wenn deine Zehen nicht richtig arbeiten, fehlt dir auch die Kraft.
Was bedeutet „eingeschränkte Fußfunktion“?
In der Studie bedeutete eingeschränkte Fußfunktion die Unfähigkeit, den Fuß durch einfache Bewegungen zu kontrollieren (etwa das Spreizen oder isolierte Bewegen der Zehen). Das zeigt sich oft durch schwache oder inaktive Zehen, eine instabile Fußwölbung, eingeschränkte Fußbeweglichkeit oder Zehen, die den Boden nicht berühren.
Etwa jeder dritte junge Baseballspieler zeigte diese Probleme, sogar ohne Verletzung.
Es könnte an deinen Stollenschuhen liegen
Die meisten Baseball-Stollenschuhe haben schmale, spitz zulaufende Zehenboxen, schränken die natürliche Zehenspreizung ein oder begrenzen den Bodenkontakt der Zehen, Schuhe, die der natürlichen Fußfunktion entgegenwirken können. Umfassendere biomechanische Forschung stützt das: breitere Zehenboxen verbessern Kraftentfaltung und Beweglichkeit, und eingeschränkte Zehen verringern die Stabilität.
Was sollten Spieler oder Trainer tun?
- Trainiere deine Füße oder bereite Teams mit einfachen Übungen wie Zehenspreizen, Short-Foot-Übungen und Gleichgewichtstraining vor.
- Achte auf Stollenschuhe, die eine natürliche Zehenspreizung ermöglichen, Freiheit im Vorfußbereich und eine stabile (aber nicht einengende) Passform.

Prevolve bietet außerdem maßgefertigte Zehenspreizer und Metpad-Einlegesohlen zur Verbesserung der Fußgesundheit.
Der große Wandel im Baseball
Baseball hinkt anderen Sportarten beim fußzentrierten Leistungsdenken hinterher. Andere Stollenschuh-Sportarten setzen bereits auf anatomische Zehenboxen, Schuhe mit geringerem Drop und natürliche Fußmechanik.
Ignoriere deine Füße nicht, dann ignorieren sie dich auch nicht.


